Supernova-Überreste

Nebel, die im Zusammenhang mit der Explosion sehr massereicher Sterne entstehen, haben einen ganz anderen Ursprung. Sterne mit 8 oder mehr solaren Massen beenden ihr Leben in einer gewaltigen Explosion, wobei ein gasförimger Überrest hinterlassen wird. Dieser Supernova-Überrest expandiert zumeist schalenförmig in das interstellare Medium, wobei die Expansion Geschwindigkeiten von 10000 bis 20000 km/s erreicht. Dabei entstehen aufgrund der schnell bewegten Partikel Stoßfronten, die das durchlaufene Gas so stark aufheizen, daß es ionisiert wird. Dabei ensteht eine charakteristische  Abstrahlung ähnlich der von Emissionsnebeln.

Krebsnebel M 1 (NGC 1952)
Maksutov-Newton, 5.4 Stunden


Sehr massive Sterne (mehr als 5 Sonnenmassen) beenden ihr Leben auf spektakuläre Weise in einer Supernova-Explosion und hinterlassen dabei einen extrem kompakten Neutronenstern (der sich auch als Pulsar bemerkbar machen kann) und einen mit hoher Geschwindigkeit expandierenden Gasnebel. Ein Paradebeispiel hierfür ist der Krebsnebel. Das diffuse weiß-blaue Licht aus dem Zentrum des Nebels ist Synchrotronstrahlung, die rot leuchtenden Filamente sind Überreste der Atmosphäre des Ursprungssterns und enthalten zum größten Teil ionisiertes Helium und Wasserstoff (sowie schwerere Elemente). Die Entfernung des Krebsnebels beträgt etwa 6000 Lichtjahre. Ein chinesischer Astronom beobachtete genau an dieser Position im Jahre 1054 die Supernova, und heute beobachten die Radioastronomen ebenfalls dort einen Pulsar!

Hier zeigt der Pfeil nun die genaue Position des Pulsars im Krebsnebel an. Er ist nicht sonderlich hell, denn das superfeine Strahlenpaar, weit schärfer als ein Laserstrahl, streicht während der Rotation des Pulsars nur ganz kurz über die Erde (wie ein Leuchtturm, nur wesentlich schneller, nämlich 30 Mal pro Sekunde), d.h. wir sehen den Pulsar nur während eines kleinen Bruchteils der Belichtungszeit. Der Pulsar ist ein Neutronenstern, das extrem kompakte Relikt einer gewaltigen Supernova-Explosion, dessen überaus starkes Magnetfeld alle geladenen Teilchen in der Umgebung mitreißt und dabei bis auf annähernd Lichtgeschwindigkeit beschleunigt! Man stelle sich vor: die gesamte Masse unserer Sonne (die 333333-fache Erdmasse) wird auf die Größe einer Kugel mit dem Durchmesser von Köln zusammengepreßt und rotiert 30 Mal pro Sekunde. Der schnellste bekannte Pulsar macht das 672 Mal pro Sekunde! Astrophysik kann schon spannend und verrückt sein.

Cygnus Loop (NGC 6992)
Evostar 72, 4.5 Stunden

Der sogenannte Cygnus Loop, ca. 1500 Lichtjahre entfernt, ist der östliche Teil des Überrestes einer vor 10000 bis 20000 Jahren erfolgten Supernova-Explosion im Sternbild Schwan. Die purpurrote Farbe rührt vom ionisierten Wasserstoff her, während die blaue den ionisierten Sauerstoff nachweist.

Cygnus Loop (NGC 6992)
Maksutov-Newton, 9.2 Stunden

Hier sehen wir die östliche Stoßfront des Supernova-Überrestes.