Spiralgalaxien

Spiralgalaxien bestehen aus ca. 100 bis 200 Milliarden Sternen und interstelllarem Gas. Diese Komponenten sind in einer dünnen Scheibe mit einer Ausdehnung von ungefähr 100000 Lichtjahren verteilt. Die Sterne und das Gas rotieren rotieren um ein Gravitationszentrum, die Rotation dauert ca. 250 Millionen Jahre. Auffällig ist die Spiralstruktur der Sterne und auch der Gaskomponente. Diese wird durch sog. Dichtewellen hervorgerufen, die in den Galaxien umlaufen und dabei das Gas entlang der Spiralarme verdichten. Entlang dieser Kompressionszonen bilden sich aus dem verdichteten Gas neue Sterne, die mit ihrem kräftigen Leuchten die Spiralarme markieren.

NGC 5457 (M 101)
Maksutov-Newton, 14.1 Stunden

M 101, ca. 24 Millionen Lichtjahre entfernt, ist von einer Vielzahl an Zwerggalaxien umgeben. In diesem Bild erkennt man etwas weiter östlich (links im Bild) die Zwerggalaxie NGC 5477, eine dieser vielen Satellitengalaxien von M 101, die meisten davon außerhalb dieses Bildes. Sie umkreisen die Hauptgalaxie über einen Zeitraum von ca. 1 bis 3 Milliarden Jahren, was zu der exotisch bizarren Spiralstruktur der Galaxie führt.

NGC 628 (M 74)
Maksutov-Newton, 17.2 Stunden

Diese ca. 25 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie weist eine sehr symmetrische Spiralstruktur auf, was angesichts ihrer recht isolierten Position auch nicht verwundert.

NGC 4321 (M 100)
Maksutov-Newton, 6.0 Stunden

Die etwa 50 Millionen Lichtjahre entfernte, sehr große Spiralgalaxie M 100 ist ein Mitglied des Virgo-Galaxienhaufens und befindet sich an seiner uns zugekehrten Peripherie. In ihrer direkten Umgebung sieht man eine Reihe weiterer Spiralgalaxien (NGC 4312, NGC 4322, NGC 4328, IC 783), die alle in dem hier gezeigten Feld zu sehen sind. NGC 4312, am unteren Bildrand gelegen, ist die hellste dieser Satellitengalaxien. Im Gegensatz zu den nahe am Zentrum des Galaxienhaufens befindlichen Galaxien besitzen diese peripheren Spiralgalaxien noch sehr viel interstellares Gas, da sie bisher nicht durch das Zentrum des Galaxienhaufens tauchen mußten, wo sie durch Staudruck einen großen Teil ihres Gases verlieren würden.

NGC 6946 + Sternhaufen NGC 6939
Maksutov-Newton, 4.3 Stunden

Wir sehen hier in einer Entfernung von 20 Millionen Lichtjahren eine klassische Spiralgalaxie mit einer etwas unregelmäßigen Spiralstruktur. Wegen ihrer Nähe zur galaktischen Ebene (b = -11°) ist die Galaxie gerötet und erscheint in diesem sternreichen Feld ein wenig blaß. Im Nordosten des Bildes erkennt man den offenen Sternhaufen NGC 6939.

IC 342
Maksutov-Newton, 7.3 Stunden

Ähnlich wie NGC 6946 sieht man auch diese ca. 8 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie recht nahe an der galaktischen Ebene (b = +11°). Sie sieht NGC 6946 recht ähnlich, wobei jedoch die Spiralstruktur im Fall von IC 342 regelmäßiger ausfällt.

NGC 4736 (M 94)
Maksutov-Newton, 17.4 Stunden

Diese ca. 15 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie besteht aus einem sehr hellen zentralen Bereich, in dem intensive Sternentstehung stattfindet. Daran schließt sich ein weniger heller Bereich an, in welchem die Sternentstehung weitgehend abgeschlossen ist. Daher erscheint dieser Ring recht strukturlos. Weiter außen erkennt man einen schwach leuchtenden Ring, der ebenfalls in sich strukturlos ist. Seine Orientierung ist deutlich verschieden von der der inneren Bereiche, und es gibt eine auffällige Lücke zwischen diesem äußeren Ring und dem nächst inneren. Es handelt sich hier um Resonanzphänomene, die sich im Laufe von Jahrmilliarden durch die komplexe Dynamik eines solch riesigen Sternsystems herausbilden.

NGC 224 (M 31)
Evostar 72, 6.9 Stunden

Diese nahe Nachbargalaxie (Entfernung 2.5 Millionen Lichtjahre) ist unserer eigenen Milchstraße recht ähnlich. Neben dem hellen Kerngebiet stechen die beiden elliptischen Satellitengalaxien M 32 (NGC 221) unterhalb und NGC 205 oberhalb ins Auge. Ein geübtes Auge sieht den Andromedanebel - bei richtig dunklem Himmel (z.B. in der Eifel) - 'locker' ohne Fernglas. Im Feldstecher bietet sich dem Betrachter bereits ein netter Anblick dieser 200 Milliarden Sonnen!

NGC 224 (M 31)
Maksutov-Newton, 4.3 Stunden

Mosaik zweier Bilder, die mit der größeren Brennweite aufgenommen wurden.

NGC 598 (M 33)
Maksutov-Newton, 35,9 Stunden

Eine unserer Nachbargalaxien ist in 2.8 Millionen Lichtjahren Entfernung die etwas kleinere Spiralgalaxie M 33 aufgenommen über einen Zeitraum von mehreren Jahren mit dem Maksutov-Newton-Teleskop. Die Spiralarme sind hier weniger ausgeprägt, weil die Galaxie zu wenig Masse besitzt, um sog. Dichtewellen zu bilden, welche sich durch kräftige Spiralarme äußern. Auffällig sind zwei riesige Gebiete ionisierten Gases. Diese sind um Vieles größer als der Orion-Nebel. Es handelt sich um Gebiete, in denen das interstellare Gas von neu entstandenen massiven und sehr heißen Sternen ionisiert wird. Die auffälligsten Gebiete sind hier im Nordosten der Galaxie (oben links) NGC 604, und etwas nordwestlich des Zentrums der Galaxie NGC 595. Das Auffinden des relativ blassen Objekts mit einem sehr guten Feldstecher wird zu einer echten Geduldsprobe...

NGC 598 (M 33)
Evostar 72, 9.9 Stunden

Die Spiralgalaxie M 33 in einem großen Bildfeld.

NGC 2403
Maksutov-Newton, 5.8 Stunden

Diese Galaxie kann man als 'Zwillinge' von M 33 ansehen. Sie hat sehr ähnliche Eigenschaften: wenig ausgeprägte, 'flockige' Spiralarme, was auch hier mit der relativ geringen Masse zu tun hat. Auch sie ist durch zahlreiche prominente HII-Regionen charakterisiert. Trotz der sehr unterschiedlichen Entfernungen (NGC 2403: 8 Mio. Lichtjahre, M 33: 2.8 Mio. Lichtjahre) erkennt man auf Anhieb die sehr starke Ähnlichkeit, auch weil der Neigungswinkel gegen die Himmelssphäre (ca. 60°) etwa gleich ist.

NGC 925
Maksutov-Newton, 9.3 Stunden

NGC 925 ist eine Spättyp-Galaxie, nur wenig massiver als die Große Magellansche Wolke. Jedoch besitzt sie bereits Spiralstruktur, was auf die Wirkung von Dichtewellen hinweist. Sie ist ca. 30 Millionen Lichtjahre entfernt.

NGC 5055 (M 63)
Maksutov-Newton, 18.1 Stunden

Bei dieser 30 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie sticht sofort ein markantes Merkmal ins Auge. Man erkennt deutlich einen Staubstreifen im Süden der Galaxienscheibe. Er rührt von einer Zwerggalaxie her, welche M 63 durchdringt. Sie ist durch Gezeitenkräfte zerrissen worden und leuchtende Teile finden sich, wenn man genau hinschaut, unterhalb des helleren Vordergrundsterns ein wenig westlich der Galaxie.

NGC 2903
Maksutov-Newton, 7.6 Stunden

Obwohl die 30 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie keine Nachbargalaxie in ihrer näheren Umgebung hat, besitzt sie sehr stark ausgeprägte Spiralarme, die auf die Wirkung von Dichtewellen hinweisen. Das Zentrum durchläuft eine markante Balkenstruktur, auch dies ein Hinweis auf Resonanzphänomene im Schwerefeld dieser Galaxie.

NGC 4258 (M 106)
Maksutov-Newton, 13.2 Stunden

NGC 4258 alias M 106 ist eine bemerkenswerte Spiralgalaxie. In ihrem Zentrum besitzt sie ein supermassives Schwarzes Loch (einige zig Millionen Sonnemassen), welches zwei Düsenstrahlen aus sehr energetischen Teilchen antreibt, deren Wirkung man in bestimmten Spektralbereichen sieht (Radiobereich, optisch in der Hα-Linie, Röntgenbereich). In normalen optischen Aufnahmen wie der hier gezeigten macht sich das praktisch überhaupt nicht bemerkbar. Man sieht jedoch, daß der Zentralbereich dieser Galaxie durch intensive Sternentstehung charakterisiert ist.

NGC 4826 (M 64)
Maksutov-Newton, 10.7 Stunden

Die Galaxie NGC 4826, auch 'Black-Eye-Galaxie' genannt, fällt durch eine sichelförimige Staubregion in ihrem Zentralbereich auf, während der äußere Bereich in einem recht blauen Licht erscheint. Blaues Licht deutet auf Bildung vieler junger, massiver und somit sehr heißer Sterne hin. Die seltsame Staubstruktur im Zentrum ist wahrscheinlich auf den Einfall einer staubhaltigen Zwerggalaxie zurückzuführen. Diese 'Mahlzeit', die seit ca. 1 Milliarden Jahren voranschreitet, ist somit recht 'trocken'.

NGC 7331
Maksutov-Newton, 13.2 Stunden

Die Galaxie NGC 7331 ist ca. 35 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie ist die größte Galaxie in einer Gruppe, von welcher man östlich drei weitere Gruppenmitglieder sieht, und zwar (von oben nach unten) NGC 7336, NGC 7335 und NGC 7337.

NGC 253
Maksutov-Newton, 45 Minuten

Der zentrale Bereich dieser ca. 11 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie zeichnet sich durch extrem starke Sternentstehung aus, wo sich pro Zeiteinheit aus dem interstellaren Gas weit mehr Sterne bilden als in unserer gesamten Milchstraße. Die Aufnahme dieser 'Starburst-Galaxie' war nicht einfach: weil sie tief steht (-25° Deklination), mußten Bäume gekappt und sehr gutes Wetter mit transparenter Erdatmosphäre abgewartet werden.

NGC 891
Maksutov-Newton, 12.5 Stunden

Die 30 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie NGC 891 besitzt sehr viel Staub, der das Licht der Scheibe trübt und diese daher ein wenig gelb erscheinen lässt. Man sieht deutlich vertikale Strukturen, die aus der Scheibe herausragen. Diese Materie (Staub und Gas) wird hauptsächlich durch den von Supernovaexplosionen erzeugten Druck aus der Scheibe herausgeschleudert.

NGC 5907
Maksutov-Newton, 7.1 Stunden

Diese ca. 50 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie sieht man ebenfalls genau von der Kante her. Auch hier erkennt man, wenn man das Bild vergrößert, deutlich vertikale Staubstrukturen, die aus der galaktischen Ebene herausragen.

NGC 4565
Maksutov-Newton, 4.0 Stunden

Ein prototypisches Beispiel für eine Galaxie, die man exakt von der Kante her sieht, ist NGC 4565, ca. 30 Millionen Lichtjahre entfernt. Bei genauer Betrachtung erkennt man eine Vielzahl von Staubstrukturen, die vertikal aus der Scheibe herausragen. Das Material wird durch Supernova-Explosionen und stellare Winde, die in der Scheibe produziert werden, senkrecht nach oben und unten aus der Scheibe hinaus gedrückt. Unten rechts sieht man noch eine kleinere Galaxie.

NGC 4631
Maksutov-Newton, 9.9 Stunden

Die Galaxie NGC 4631 ist ca. 30 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie zeigt sehr starke Sternentstehung, was letztlich auch für ihre auffällig blaue Farbe verantwortlich ist. Sie zeigt entlang ihrer Ebene viel Staub, der deutlich vertikale Strukturen ausbildet, die aus der Scheibe herausragen. Diese Materie (Staub und Gas) wird hauptsächlich durch den von Supernova-Explosionen erzeugten Druck aus der Scheibe herausgeschleudert. Die kleine elliptische Galaxie NGC 4627 (direkt oberhalb) erscheint strukturlos, weil sie keine neue Sternentstehung mehr hat. Ihr interstellares Gas ist nahezu komplett in Sterne umgesetzt worden.